• Medientyp: E-Artikel
  • Titel: Hypersalivation – Aktualisierung der S2k-Leitlinie (AWMF) in gekürzter Darstellung
  • Beteiligte: Steffen, Armin; Jost, Wolfgang; Bäumer, Tobias; Beutner, Dirk; Degenkolb-Weyers, Sabine; Groß, Martin; Grosheva, Maria; Hakim, Samer; Kahl, Kai G.; Laskawi, Rainer; Lencer, Rebekka; Löhler, Jan; Meyners, Thekla; Rohrbach-Volland, Saskia; Schönweiler, Rainer; Schröder, Sara-Christina; Schröder, Sebastian; Schröter-Morasch, Heidrun; Schuster, Maria; Steinlechner, Susanne; Urban, Roland; Guntinas-Lichius, Orlando
  • Erschienen: Georg Thieme Verlag KG, 2019
  • Erschienen in: Laryngo-Rhino-Otologie
  • Sprache: Deutsch
  • DOI: 10.1055/a-0874-2406
  • ISSN: 0935-8943; 1438-8685
  • Schlagwörter: Otorhinolaryngology
  • Entstehung:
  • Anmerkungen:
  • Beschreibung: <jats:title>Zusammenfassung</jats:title><jats:p>Hypersalivation bezeichnet einen übermäßigen Speichelfluss, der durch insuffiziente orofaziale Fähigkeiten, verminderte zentralnervöse Kontrolle und Koordination oder gestörte Schluckabläufe entstehen kann. Die Aktualisierung der S2k-Leitlinie soll den neuen diagnostischen und therapeutischen Kenntnisstand berücksichtigen.</jats:p><jats:p>Die Diagnostik- und Therapiemaßnahmen sollten multidisziplinär erfolgen. Schwerpunkte sind die Abklärung von Schluckstörungen mit Speichelaspiration. Hier sind klinische Screeninguntersuchungen und die fiberendoskopische Schluckuntersuchung (FEES) hervorzuheben.</jats:p><jats:p>Bei fast allen Ursachen sind die schlucktherapeutischen Übungsmaßnahmen zur Aktivierung und zum Erlernen von Kompensationsmechanismen unverzichtbar. Insbesondere bei Kindern mit hypotoner orofazialer Muskulatur sind myofunktionelle Therapiekonzepte indiziert, allerdings ist die Kompetenz zur Mitarbeit entscheidend. Zusätzlich können orale Stimulationsplatten durch die Veränderung der Zungenpositionierung zu einer Symptomreduktion führen. Sinnvolle medikamentöse Therapien sind insbesondere die verschiedenen Applikationsformen von Glycopyrrolat, von denen Sialanar® (Glycopyrronium) als Saft eine Genehmigung zur Behandlung bei Kindern ab 3 Jahren und Jugendlichen erhalten hat. Die Injektion von Botulinumtoxin in die Kopfspeicheldrüsen hat sich als effektive und sichere Behandlungsform mit einer langanhaltenden Speichelreduktion erwiesen. Für Incobotulinumtoxin A ist die Phase III-Studie bei Erwachsenen aktuell abgeschlossen und führte in den USA bereits zur Zulassungserweiterung bei Hypersalivation. Chirurgische Eingriffe der Speicheldrüsen bleiben Einzelfällen vorbehalten. Die Bestrahlung der Speicheldrüsen ist, insbesondere wenn sie in moderner 3-D-konformaler Technik zur Gewebeschonung durchgeführt wird, eine sichere und effektive Therapie. In einer regelhaften Nachsorge sind Therapieeffekte und mögliche Nebenwirkungen zu erfassen; insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen ist die individuelle Dynamik der Symptomverschlechterung zu berücksichtigen.</jats:p>